Jeder überprüft die E-Rechnung, aber niemand überprüft die Mehrwertsteuer

Belgien ist ein globaler Vorreiter im Bereich der elektronischen Rechnungsstellung, wobei die Einführung der B2B‑Verpflichtung ein großer Erfolg ist. Jede E‑Rechnung durchläuft mühelos eine Reihe automatisierter technischer Prüfungen. Aber ist die berechnete Mehrwertsteuer inhaltlich tatsächlich korrekt? In unserem brandneuen Whitepaper „The Missing Tax Quality Layer“ schlagen die Banqup‑Experten Jan Druppel und Danny Vermeiren Alarm. Das Whitepaper ist ab heute online verfügbar.

Lesen oder laden Sie das vollständige Whitepaper „The Missing Tax Quality Layer“ hier herunter

Der blinde Fleck der E‑Rechnung

Seit Inkrafttreten der B2B‑Verpflichtung am 1. Januar ist die elektronische Rechnungsstellung in Belgien zur Norm geworden. Bis Mitte 2026 erwarten wir, dass rund 30 Millionen Dokumente pro Monat über das Peppol‑Netzwerk ausgetauscht werden. Auf dem Weg dorthin wird jede Rechnung mehrfach auf Struktur, Pflichtfelder und mathemische Richtigkeit geprüft. Jede Prüfung bestätigt, dass die Rechnung technisch einwandfrei ist, aber keine einzige Prüfung belegt, dass sie tatsächlich dem Steuerrecht entspricht.

Zentrale Erkenntnisse aus unserem Whitepaper:

  • Falsche Mehrwertsteuer bleibt unentdeckt: Eine falsche Anwendung der Mehrwertsteuer (wie z. B. die Berechnung von 21 % auf eine innergemeinschaftliche Lieferung nach Frankreich anstelle von 0 %) bleibt im derzeitigen System völlig unbemerkt. Die Rechnung ist technisch einwandfrei, aber steuerlich falsch.

  • ViDA beschleunigt die Verbreitung von Fehlern: Die Steuerbehörden beobachten zunehmend in Echtzeit. Bis Juli 2030 muss im Rahmen des europäischen ViDA‑Pakets (VAT in the Digital Age) jede innergemeinschaftliche B2B‑Rechnung nahezu in Echtzeit gemeldet werden. Ohne inhaltliche Validierung ist das keine Compliance – es ist lediglich die schnellere Verteilung von Fehlern.

  • Die Lösung liegt in der „semantischen Ebene“: Die zugrunde liegende Ursache ist, dass Rechnungen nicht in einem maschinenlesbaren Format angeben, welches konkrete Produkt oder welche Dienstleistung verkauft wird. Wir fordern die europäischen Gesetzgeber und Normungsorganisationen auf, die Produktklassifizierung auf Rechnungen zu standardisieren. Nur dann können automatisierte Systeme überprüfen, ob der angewendete Mehrwertsteuersatz mit der Art der Leistung übereinstimmt.

Als Anbieter von E‑Rechnungsdiensten hilft die Banqup‑Gruppe aktiv mit, Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln. Die Aufdeckung ist Aufgabe der Steuerbehörden, doch die Prävention an der Quelle liegt beim Markt.